VerschiedenesNeuseeland: Erweiterte Herstellerverantwortung für Reifen und Batterien

19. Februar 20220

Neuseeland: Erweiterte Herstellerverantwortung für Reifen und Batterien

 

Neuseeland hat ein Konsultationsdokument zu vorgeschlagenen Produktverantwortungsvorschriften für Reifen und große Batterien veröffentlicht.

Die Konsultation befasst sich damit, wie Neuseeland mit dem Abfall aus Altreifen und großen Batterien umgehen soll. Produktverantwortung bedeutet, einen Rahmen für den Umgang mit Produkten zu schaffen, bevor sie zu gefährlichem Abfall werden.

Die vorgeschlagenen Vorschriften unterstützen die Umsetzung des Produktverantwortungsprogramms Tyrewise und folgen der Veröffentlichung nationaler Umweltstandards für die Außenlagerung von Reifen.

Andererseits sind große Batterien ein neues Produkt. Der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft erfordert einen starken Anstieg erneuerbarer Energien und Elektrofahrzeuge – und beides erfordert große Batterien. Im Jahr 2020 erreichten schätzungsweise 1.000 Batterien für Elektrofahrzeuge das Ende ihrer Nutzungsdauer. Schätzungen zufolge könnte diese Zahl bis 2030 jährlich auf 84.000 ansteigen.

Als große Batterien gelten Batterien mit einem Gewicht von über 5 kg, die typischerweise in Elektro- und Hybridfahrzeugen, in stationären Speichern für den lokalen Gebrauch (z. B. in Solarstrom- und netzunabhängigen Systemen und Versorgungseinrichtungen), in Puffereinheiten für Schnellladestationen und in industriellen Anwendungen (z. B. in Mobilfunkmasten oder Rechenzentren) zum Einsatz kommen.

Bereits im Juli 2020 erklärte die Regierung sechs Produkte im Rahmen des Waste Minimisation Act (WMA) zu vorrangigen Produkten. Dies öffnete die Tür für eine regulierte Produktverantwortung und Richtlinien für Systeme zur Verwaltung solcher Produkte. Dabei handelte es sich um:

  • Reifen
  • elektrische und elektronische Produkte (einschließlich großer Batterien)
  • Agrarchemikalien und ihre Behälter
  • Kältemittel
  • Kunststoffe für den Bauernhof
  • Kunststoffverpackungen.

Im Konsultationspapier wurden folgende Regeln für Reifen und Batterien vorgeschlagen:

Tyrewise-Verwaltungsprogramm

Tyrewise ist als Push-Pull-Modell konzipiert.

Durch die neuen Vorschriften werden Altreifen nicht mehr auf Mülldeponien, in Lagerbeständen oder auf illegaler Müllentsorgung entsorgt, sondern auf umweltfreundlichere Wege gebracht.

Das System wird die Zahlung der Reifenverantwortungsgebühr23 durch Anreize für Sammler, Verarbeiter und Hersteller überwachen, damit diese Altreifen einem verstärkten Ressourcenkreislauf zugeführt werden. Die Anreizzahlungen für aus Reifen gewonnene Produkte zur Weiterverwendung werden höher sein als die Zahlungen an Verarbeiter von aus Reifen gewonnenem Kraftstoff.

Um der illegalen Entsorgung von Reifen entgegenzuwirken, soll die bisherige, von den Einzelhändlern erhobene Ad-hoc-Entsorgungsgebühr, die nur teilweise zur Bezahlung der Reifensammler verwendet wird, durch eine neue Anreizzahlung aus der Reifenverwaltungsgebühr ersetzt werden, die ausschließlich an gutgläubige, registrierte Reifensammler gezahlt wird.

Die Höhe der vorgeschlagenen Gebühr ist mit dem aktuellen Durchschnittspreis der Ad-hoc-Gebühr vergleichbar, wird jedoch direkt an umweltfreundlichere Ergebnisse gezahlt und ermöglicht eine klare Lieferkette.

Verwalterprogramm für Großbatterien

Das Schema umfasst:

  • große Batterien für Elektro- und Hybridfahrzeuge (EVs); stationäre Speicher für den lokalen Einsatz wie Solarenergie und für netzunabhängige Systeme; stationäre Speicher für Versorgungsunternehmen; Puffereinheiten für Schnellladestationen; industrielle Anwendungen wie Mobilfunkmasten oder Rechenzentren sowie elektrische Züge und Flugzeuge
  • Lithium-Ionen- und Nickel-Metallhydrid-Batterien. Diese müssen in Neuseeland wahrscheinlich kurz- bis mittelfristig am Ende ihrer Lebensdauer entsorgt werden.

Das Programm würde von einer Produktverantwortungsorganisation (Product Stewardship Organization, PSO) betrieben. Diese würde die Zahlung der Anreize überwachen und verwalten, die Daten verwalten und Governance- und Betriebsfunktionen übernehmen.

Das PSO wäre eine gemeinnützige Einrichtung, die von einem Kuratorium oder einem Vorstand geleitet und von unabhängigen Berater- oder Fachgruppen unterstützt würde.

Das PSO würde die Kreislaufwirtschaft und die umweltgerechte Entsorgung von Altbatterien fördern. Es würde durch Vorschriften und Richtlinien unterstützt, die dafür sorgen sollen, dass Altbatterien nicht mehr auf Deponien oder illegal entsorgt, sondern einer Wiederverwendung, Aufarbeitung und Wiederverwertung zugeführt werden.

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